Als Erstes möchte ich mich bei euch entschuldigen.
Eigentlich wollte ich schon längst wieder einen neuen Blogbeitrag schreiben. Mehrmals sogar. Ich hatte Ideen. Themen. Notizen.
Und immer wieder den Gedanken: Heute setze ich mich hin und schreibe.
Doch dann kam wieder etwas dazwischen.
Die Arbeit. Der Alltag. Müdigkeit.
Oder einfach der Moment, in dem mein Kopf sagte:
Heute irgendwie nicht.
Und so vergingen Wochen. Dann Monate.
Wenn man ADHS hat, kennt man dieses Muster vielleicht nur zu gut.
Man nimmt sich etwas vor – wirklich ernsthaft. Man will es machen. Doch zwischen dem Vorsatz und der Umsetzung liegt manchmal eine unsichtbare Hürde.
Nicht, weil man faul ist.
Nicht, weil es einem egal ist.
Sondern, weil das ADHS-Gehirn manchmal anders funktioniert.
Manchmal fehlt die Energie, manchmal die Struktur.
Manchmal auch einfach die berühmte „Muse“.
Und je länger etwas liegen bleibt, desto lauter wird die innere Stimme:
Du solltest endlich…
Warum hast du es noch nicht gemacht?
Andere schaffen das doch auch…
Dieses schlechte Gewissen kann ziemlich hartnäckig sein.
Das Paradoxe daran:
Je stärker der Druck wird, desto schwieriger wird es manchmal, überhaupt anzufangen.
Dabei braucht es manchmal gar nicht viel.
Einen kleinen Moment. Einen guten Tag. Einen ruhigen Abend.
Und plötzlich ist sie wieder da – die Energie. So wie heute.
Vielleicht ist dieser Beitrag auch eine kleine Erinnerung – für euch und für mich selbst:
Es ist okay, wenn Dinge manchmal länger dauern.
Es ist okay, wenn Pläne nicht immer so funktionieren, wie wir sie uns vorgenommen haben.
Und es ist vor allem okay, wieder anzufangen.
Genau das mache ich heute.
Und ich freue mich, dass ihr noch hier seid.
Was helfen kann, wieder anzufangen
Vielleicht helfen euch ein paar dieser kleinen Gedanken, wenn ihr selbst einmal feststeckt:
- Klein anfangen. Manchmal reicht es, nur fünf Minuten etwas zu tun. Oft kommt der Rest dann von selbst.
- Den Perfektionismus etwas lockern. Nicht alles muss perfekt sein – manchmal ist „gut genug“ völlig ausreichend.
- Sich selbst mit Freundlichkeit begegnen. Unser Gehirn funktioniert nun einmal etwas anders. Druck hilft selten – Verständnis oft mehr.
- Sich über kleine Schritte freuen. Jeder Anfang zählt, auch wenn er klein ist.
Und manchmal ist der wichtigste Schritt einfach dieser eine Gedanke:
Heute fange ich wieder an.


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